Turnverein Belsen 1906 e.V.
Dein Verein - Unsere Zukunft
TV Belsen
Turnverein Belsen 1906 e.V.
Dein Verein - Unsere Zukunft

 

Der Autor und Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) definierte die Frustration seinerzeit als die Dissonanz zwischen der Unersättlichkeit unserer Bedürfnisse einerseits und deren beschränkten realen Erfüllungsmöglichkeiten andererseits. Und wenngleich sich nicht die gesamte Mannschaft mit den Aphorismen Schopenhauers zur Gänze auseinandergesetzt hat, dürfte im gestrigen Relegationsspiel jeden genau diese Dissonanz, diese Unstimmigkeit, geplagt haben.

Doch genug Ausflüge in die Geistesgeschichte durch einen mediokren Literaturstudenten; das Spiel gegen den TGV Entringen sollte unsere Erfolgsgeschichte nicht weiter beeinträchtigen und dennoch vermochten wir es nicht, das auf den Platz zu bringen, was uns besonders in der Rückrunde so stark gemacht hatte. In weiten Teilen des Spiels fehlte es uns an Bissigkeit, Aggressivität, aber auch Kreativität und Spielwitz. So spielten viele von uns gestern deutlich unter ihren Möglichkeiten und das obwohl die Zuschauerzahl die durchschnittliche Anzahl der Robert-Stowasser-Stadion Besucher nur leicht überschritt. Auf der anderen Seite brachte der TGV Entringen genau diese Eigenschaften, die uns an diesem Tag fehlten, mit, sodass sie immer einen Schritt schneller, immer aggressiver im Zweikampf waren und uns unermüdlich zuliefen. So fielen auch die vier Tore gegen uns, während wir zwar auch unsere Chancen hatten, aber diese nicht zu nutzen wussten.

4.0. Vier zu null. Das Ergebnis ist besonders nach unserer erfolgreichen Rückrundenperformanz ein herber Nackenschlag, weshalb sich die Frustration in unseren Reihen auch leicht ihren Weg bahnen konnte. Niemand hatte damit gerechnet, dass es derartig konkret werden würde, wenn wir auch wussten, dass es schwierig sein wird. Bedürfnis und Realität verliefen gestern zu konträr.

Die Frage, die sich an diesem Morgen für uns alle wohl stellt, ist die Frage nach dem Umgang mit diesem Spiel. Sollten wir aufgrund dieses einen groben Schnitzers unsere gesamte Leistung annullieren? Ich denke nicht. Blickt man etwas über den Tellerrand, dann können wir mit dem gesamten Verlauf unserer Saison zufrieden sein. Wer hätte am Ende der Hinrunde gedacht, dass wir uns am Rückrundenende über ein verkorkstes Relegationsspiel ärgern werden? An dieser Stelle sollte man bedenken, dass wir uns die Möglichkeit zu Scheitern hart erarbeitet haben; auch das mag ein Privileg sein.

In diesem Sinne sollte man in die Zukunft sehen. Die Mannschaft bleibt größtenteils zusammen. Die Mannschaft wird durch mehrere Spieler verstärkt. Der eingespielte Kern, der die Rückrunde so erfolgreich gestaltet hat, wird in drei Wochen wieder gemeinsam mit den Neuzugängen auf dem Platz um Stammplätze trainieren. Die Trainer sollten die notwendigen Lehren aus diesem Relegationsspiel ziehen, um bestenfalls im nächsten Jahr auf diese Art der Qualifizierung verzichten zu können. Ich bin mir sicher, dass das die Mannschaft vermag.

TV Belsen I: Manak Sven, Walter Benedikt (64. Min. Lucas Stowasser), Lauxmann Christian (64. Min. Albert Schäfer), Thielen Jens, Wallusch Alexander (46. Min. Josef Mecid), Oman Paul, Walter Jonas, Leibfritz Tobias, Deliu Valdet, Lauxmann Alexander, Deliu Demir (73. Min. Samuel Roslik).

To whom it may concern: Der Großteil der Mannschaft bleibt zusammen. Lediglich zwei Spieler verlassen das Team. Samuel Roslik stellt sich in den USA in den Dienst Gottes und reiht sich mit etwas Geschick in die Liste der Heiligen ein. Hierbei wünschen wir ihm für die Zukunft alles Gute!

Gleichzeitig verlässt meine Wenigkeit aus beruflichen Gründen das Steinlachtal. Deshalb wollte ich mich auf diesem Wege bei dem TV Belsen für alles bedanken. In den zwei Jahren, die ich hier verbringen durfte, wurde ich trotz meiner badischen Herkunft in die Mannschaft integriert und aufgenommen. Dabei war ich immer stolz gemeinsam mit der Mannschaft dieses Trikot tragen zu dürfen. Auch die Ausflüge in die urbanen Lokalitäten sind keine detailreichen Erinnerungen, aber nichts, was ich vergessen werde. Ich wünsche dem TV Belsen im Allgemeinen und der Abteilung Fußball im Besonderen Glück, Spaß und Erfolg. Ich hoffe, dass die Mannschaft in der nächsten Saison ihre Ziele erreicht und dass sie weiterhin Unterstützer findet, die sie auf ihrem Weg begleitet. Ich persönlich werde sicherlich immer mal wieder zurückkommen, um den TV Belsen spielen zu sehen. Vielen lieben Dank.